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ESRI Maps for Office

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Die Firma ESRI ist als Hersteller des quasi standard Austauschformat für Geodaten ShapeFile ein Begriff. Mit um die 2.800 Mitarbeitern gehört ESRI zu einem der größten Softwareherstellern von Geoinformationssystemen und ist neben den ShapeFiles auch durch sein Produkt ArcGIS bekannt.

Eines der neueren Produkte der ESRI Produktpalette ist ESRI Maps for Office, ein Plugin/Add-On für Excel.

Das PlugIn steht für Office x86 und x64 in verschiedensten Sprachen zur Verfügung. Mit ca. 75 MB ist das Plugin zwar nicht ganz klein, die gebotenen Funktionen sind dafür aber schon sehr verlockend.

Nach der Installation wird Excel mit einer neuen Ribbon Bar erweitert, über die eine Karte der aktuellen Arbeitsmappe hinzugefügt werden kann.

 

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Wird eine neue Map dem Workbook hinzugefügt, so werden weitere Funktionen innerhalb des Ribbon Menüs freigeschaltet.

 

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Mit Hilfe des Plug-Ins lassen sich Daten aus Excel direkt in den eingefügten Karten darstellen. Ich verwende hierfür die AdventureWorks 2012 von meinem lokalen SQL Server 2012 und lade die Daten über Data in eine bestehende Arbeitsmappe.

 

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Die vom SQL Server geladenen Daten werden automatisch mit einer Spaltenbezeichnung versehen. Diese ist auch für die nächsten Schritte wichtig. Zurück auf der Arbeitsmappe mit der frisch eingefügten aber noch leeren Landkarte, kann über den Menüpunkt Add Excel Data nun Daten aus meiner bestehenden Excel Mappe ausgewählt und der Landkarte hinzugefügt werden.

Ich wähle dafür den Menüpunkt Table or Named Range aus sowie die Arbeitsmappe mit den aus dem SQL Server geladenen Daten. Danach wird definiert welche Daten aus meiner Arbeitsmappe den geografischen Punkt oder die Gebiete auf einer Landkarte wiedergeben. Sind also vollständige Adressen vorhanden, Geodaten (Latitude/Longitude) oder auch nur Teilinformationen wie z.B. US Städte, US Postleitzahlen oder Länder? Für die Adventure Works Daten verwende ich vollständige Adressen und ordne die Spalten der geladenen Daten den jeweiligen Daten aus der vorherigen Auswahl für die Landkarte zu; also Street = Addressline1, City = City, State = StateProvinceName, ZIP Code = PostalCode, Country = CountryRegionName.

 

Nachdem die Daten hinzugefügt worden sind, werden direkt alle Daten aus der Arbeitsmappe auf der Landkarte visualisiert.

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Um die Landkarte noch ein bisschen ansprechender zu gestalten, bietet das Plugin verschiedene Möglichkeiten. Über den Menüpunkt Basemap kann für die Landkarte z.B. eins von 9 verschiedene Themes ausgewählt werden. Über die Menüpunkte wie Style, Grouping, Clustering oder Heatmap kann detailliert bestimmt werden, wie die Daten auf der Karte repräsentiert werden sollen.

Natürlich ist es nicht nur möglich Daten mit vollständigen Adressen zu laden, auch bereits voraggregierte Daten auf Landes oder Staaten Ebene können einer Karte hinzugefügt werden. Die entsprechenden Aggregationen dienen dann – wie in der unteren Karte zu sehen- z.B. der Färbung einzelner Bereiche.

 

AdventureWorks2012

Aus einer Karten kann direkt eine PowerPoint Slide erstellt werden oder die Karte kann als Bild in die Zwischenablage kopiert werden.

ESRI Office verwendet für die Geokodierung sogenannte Credits. Die Verwendung der Credits kann auf der ESRI Seite auch relativ genau nachvollzogen werden. Leider sind jedoch keine genauen Preise über das ESRI Office zu finden. Es wird zwar dür die ESRI Credits ein Betrag von 100$ für 1.000 Credits genannt, ob und wie hoch einmalige Kosten für das  Plugin sind, konnte ich jedoch leider nicht erfahren. Mit der Trail Version erhält man jedoch immerhin 500 Credits kostenlos.

Für das Erstellen von zwei Demokarten im Rahmen dieses Beitrag wurden 2x je 290 Daten geokodiert, was 46 Credits oder – nach den zuvor genannten Preisen – 4,60$ entsprichen würde. Einzusehen sind diese Daten in einem speziellen ESRI Portal, welches mit der Erstellung eines Account für de ESRI Office Trial Version generiert wird.

 

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Alles in allem gefällt mir das Plug-In zur schnellen Visualisierung von Daten und zum Erstellen von Landkarten sehr gut. Vieles ist zwar auch mit den Reporting Service möglich, die Integration in Excel sowie die bereits zur Verfügung stehenden Landkarten und Funktionen wie z.B. das Geocoding machen die Erstellung von Karten jedoch sehr einfach und für jeden möglich. Wer sich näher mit dem Plug-In beschäftigt, wird noch viele weitere Funktionen entdecken, als ich in diesem eher kleinen Beitrag beschrieben habe.

Eine Frage die sich mir an der Stelle allerdings gestellt hat: Warum gibt es so eine detaillierte Aufstellung der verbrauchten Daten nicht eigentlich auch im Azure Marketplace?

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